Die Betaisierungs-Falle

Lieber Leser!

Warst Du schon mal da drin … ?

Ich … mit Sicherheit. Und es beginnt immer ganz harmlos:

  • Mann trifft Frau und verliebt sich
  • Mann trifft Frau mehrmals oder startet eine Beziehung
  • Und dann geschieht es, langsam und zunächst unbemerkt …

„Betaisierung“ bedeutet im Pick Up – Jargon den allmählichen, schleichenden Verlust Deiner Selbstbestimmung und Attraktivität als Mann.

So was wie „vom Alpha zum Beta machen“ – halten wir uns nicht an dem Wort fest, sondern sehen wir uns die Konsequenzen an, die dieser psychologische Effekt für Beziehungen haben kann:

Betaisierung beeinträchtigt die Lust und Freude in Beziehungen erheblich. Langfristig zerstört sie die Beziehung.

Von was rede ich hier?

Ein Beispiel von mir selbst. Es geschah vor ca. 20 Jahren:

1. Akt

Ich wollte unbedingt eine Freundin. Der einzige Weg, den ich damals kannte, waren Kontaktanzeigen. Und so schrieb ich lange E-Mails, bis eine anbiss.

Das erste Treffen mit diesem Mädchen war richtig schön. Und auch die Nacht danach. Ich wollte sie unbedingt als Freundin und sie merkte das …

Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch am Morgen danach. Sie fragte mich aus über mich selbst – meine Ansichten, was mir gefällt und was ich denke.

Das ist normalerweise ein gutes Zeichen (Interesse)! Ich aber dachte „ich möchte mich jetzt für eine Beziehung mit ihr qualifizieren“ – und versuchte unbewusst, ihr mit meinen Antworten zu gefallen.

Ich hatte es versäumt, mich selbst genug wertzuschätzen, um mich innerlich unabhängig zu machen von einer Beziehung mit ihr. Und dann aus dieser inneren Sourveränität auf gleicher Augenhöhe das Gespräch zu führen – spielerisch, offen und meine Standpunkte vertretend.

  • Wenn Du etwas tust oder sagst, um einer Frau zu gefallen, dann sinkt Dein Wert in den Augen dieser Frau enorm! Du „verkaufst Dich“ und Deine eigenen Überzeugungen und Werte. Das ist unehrlich.

Soweit noch kein großes Ding, und die Beziehung ergab sich im Folgenden trotzdem irgendwie auf natürliche Weise. Und zunächst taten wir viele Dinge gemeinsam.

2. Akt

Was mir aber im Nachhinein auffiel, war die Art und Weise, WIE unsere Aktivitäten zustande kamen: Fast immer machte SIE die Vorschläge und ich stimmte zu.

  • Sie: „Lass uns am Freitag zu meiner Freundin Karin gehen“
  • Ich: „Gut, am Freitag habe ich Zeit.“

Was passiert hier, wenn dies nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist?

Ich gab damit die Verantwortung für unsere Beziehung ab. Ich tat das aus Bequemlichkeit.

Gleichzeitig fiel mir auf, dass Sie mehr und mehr auch unsere sexuellen Begegnungen initiierte – und auch die Ideen für ausgefallene Orte und Praktiken hatte.

Ich fand das toll und genoss es am Anfang sehr – denn es war etwas, was ich so noch nicht erlebt hatte.

Aber ich steuerte kaum noch eigene Ideen bei … weder durch Aktivität, noch durch Ideen, noch durch Äußerung meiner Wünsche. Auch hier hatte ich ein ganzes Stück meiner Verantwortung abgegeben!

 3. Akt

Unsere Freizeitaktivitäten wurden zunehmend so organisiert:

  • Sie: „Wir sind am Samstag bei Petra und Peter zu einer Party“
  • Ich: „OK“

Sie bestimmte jetzt praktisch, was wir in unserer Freizeit taten. Und ich merkte nicht einmal, was los war.

Gleichzeitig fiel mir auf, dass wir seltener Sex hatten.

Auf der bewussten Party kam es zu einem Eklat: Meine Freundin machte mir eine lautstarke Szene mit dem Vorwurf, dass ich Petra geil angeschaut hätte.

Was war los?

Meine Freundin hatte unbewusst mehr und mehr die Kontrolle übernommen und gleichzeitig gehofft, dass ich endlich „wie ein Mann“ agierte! Das heißt – nicht als Ja-Sager, sondern mich mit meinen eigenen Bedürfnissen und Ideen einbringe. Dazu stehe und diese durchsetze.

Mit freundlicher, humorvoller Dominanz oder Lockerheit … was auch immer meine Persönlichkeit ist.

Authentisch.

Sie war sich dessen nicht bewusst – genausowenig wie ich. Eine Frau fühlt dabei in etwa:

  • ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit und Frustration in der Beziehung
  • Wut und progressiv mangelnde Achtung für den Partner
  • den Verlust etwas Wertvollem in der Beziehung
  • Verlust der sexuellen Anziehung

Sie kann es in der Regel nicht genau beschreiben, und Frauen sagen dann zum Beispiel Dinge wie:

  • Wir haben uns auseinander gelebt
  • Er ist ein Egoist und hat nur seine Interessen im Kopf – kümmert sich nicht um unsere Beziehung

Ihr Drama war dann der nächste (verzweifelte) Versuch, ihren Partner herauszufordern, sich wieder aktiv und männlich in der Beziehung zu engagieren. Ein Mann zu sein, selbstbewusst und sexuell.

Betaisierung

4. Akt

Ich spielte schon lange mit der Idee, wieder zum Sport zu gehen: Eine Kampfkunst, und es gab dort nur Männer.

Eine sehr gute Sache! Es hätte der erste Schritt aus der „Betaiiserung“ sein können.

Als ich es aber einfach umsetzte, machte meine Freundin plötzlich Drama über Drama:

  • „Du hast mich doch sonst immer einbezogen, und wir haben alles zusammen entschieden“ – „Du lässt mich hier einfach allein und amüsierst dich!“

Natürlich. Ich hatte mich gewöhnlich nach ihr gerichtet. Aus Bequemlichkeit und „ihr zuliebe“ eine Menge Aktivitäten mitgemacht, die mir keinen Spaß machten!

Ich hatte ihr praktisch komplett die Führung und Kontrolle über unsere Beziehung – und mein Leben – überlassen. Und nicht einmal das ist das Problem – sondern die Aufgabe meiner Authentizität und männlichen Kraft.

Jetzt machte ich den größten Fehler, den ich jemals gemacht habe: Ich gab nach.

  • Ich sagte nach heftigem Streit schließlich: „Ich kann auch Joggen gehen, das hält mich genauso fit.“

Das war praktisch das Ende unserer Beziehung … Sex hatten wir jetzt überhaupt nicht mehr. Als ich eines Tages vom Joggen kam, flirtete sie mit einem Typen, den sie über eine Partnervermittlung kennengelernt hatte.

Zwei Wochen später machte ich Schluss. Aber eigenlich hatte ich mich schon viel früher aus der Beziehung verabschiedet – indem ich mich betaisieren ließ.

Damals war ich sehr jung und kannte diese Mechanismen nicht – und ich habe dies aufgeschrieben, damit Du daraus lernen kannst.

  • Unter Betaisierung leiden beide, Mann und Frau, gleichermaßen. Frauen sind darauf „programmiert“, einen Mann zu betaisieren. Gleichzeitig hofft SIE,  dass ER stark bleibt – denn nur so kann sie ihn respektieren und sexuell begehren.

Frauen merken ganz genau, wenn Du nicht authentisch bist, wenn Du Dinge nur ihr zuliebe machst. Und es geht hier nicht um „Macht“, sondern um einen Prozess, der beide in die Ohnmacht treibt …

Wie kommt Mann aus der Betaisierungsfalle wieder heraus?

Dies ist alles andere als einfach – vor allem, wenn man so tief drin steckt wie ich damals (aus totaler Unkenntnis und Bequemlichkeit).

1. Kein Sex

Deine sexuelle Bedürftigkeit muss weg. Egal wie – zuallererst brichst Du jede sexuelle Annäherung ihr gegenüber ab. Wenn ihr in der Falle drin seid, dann hatte sie in letzter Zeit eh keine Lust.

Keine Erklärungen, Diskussionen, Vorwürfe oder Fragen. Du hast im Moment einfach keine Lust, bist zu müde, überarbeitet.

2. Dein Leben neu definieren

Wenn Du jetzt nicht verstehst, was ich meine, dann bist Du schon sehr tief drin.

Frage Dich:

  • Wer bin ich, und was möchte ICH in diesem Leben tun und erreichen? Wozu bin ich auf diesem Planeten, was sind meine Ziele und was kann ICH hier geben?
  • Welche Freunde und welche Aktivitäten habe ich in letzter Zeit vernachlässigt?
  • Wenn Zeit, Geld UND meine Partnerin keine Rolle spielen würden, was würde ich JETZT tun?

Nimm Dir dafür einige Tage Zeit. Frage Dein Herz – nicht Deinen Kopf oder Deinen Bauch.

Sei egoistisch im positiven Sinne.

Wenn Du etwas entdeckt, das Du wirklich aus dem Herzen heraus tun willst, dann tue SOFORT den ersten Schritt.

Mach Dir einen Plan. Dieser sollte mindestens EIN großes Ziel beinhalten, das nichts mit Deiner Beziehung zu tun hat, und mindestens EINE Änderung in Deinem Leben, die Du SOFORT umsetzen kannst – und wirst.

3. Dein Leben umkrempeln

Fang an. Keine Ausreden.

Ich gebe Dir hier keine Detail-Anweisungen. Wenn Du nicht Mann genug bist, ein authentisches Leben zu führen, dann kann ich Dir nicht helfen.

 4. Die Zeichen Deiner Partnerin neu definieren

Drama ist ein verzweifelter Versuch, Dich zu bewegen, Deine männliche Energie wiederzufinden und ihr zu schenken. Im Klartext: Sex. Aber nicht aus der Bedürftigkeitsposition. Aus Deiner inneren Mitte und Stärke heraus. (natürlich gibt es Drama-Königinnen – aber davon rede ich hier nicht)

Alle Betaisierungs-Versuche ihrerseits waren ein Test und bei jedem Test hoffte sie, dass Du stark und authenisch genug bist, um zu Deiner eigenen Meinung zu stehen.

Eine Frau wird Dir dies niemals sagen. Woher soll sie es auch wissen – diese Dynamik ist nicht bewusst und eher ein Gefühl. Sie kann es sich selbst nicht erklären. Also frage sie nicht.

5. Durchhalten

Wenn Du tief in der Betaisierungs-Falle drin bist, wird es besonders am Anfang sehr hart sein. Besonders, wenn ihr zusammen wohnt.

Und ich sage Dir nicht, WIE Du es anstellen sollst. Erstens – siehe oben – und zweitens gibt es keine Standard-Lösung.

Du wirst merken:

  • Deine Partnerin wird sich Deinem neuen Leben am Anfang hartnäckig widersetzen, Fragen stellen, vielleicht versuchen Dir Anweisungen zu geben … Das sind festsitzende Gewohnheiten, weiter nichts.
  • Deine Freundin wird sich Dir nach einiger Zeit wieder sexuell annähern – einfach, weil Du an Attraktivität gewinnst. Vielleicht zieht sie sich aufreizend an. Freue Dich darüber, aber bleibe hart, mindestens einen Monat lang. Du hast einfach zu viele Dinge um die Ohren – schöne, wichtige Projekte – und bist erschöpft. Es sei denn, sie verführt Dich wirklich leidenschaftlich und gekonnt – dann darfst Du. Aber danach ist wieder Sendepause.

Wichtig: Ziehe Dein neues Leben durch. Beende, was Du angefangen hast. Egal, ob Du eine neue Sportart lernst oder ein paar Monate auf Weltreise gehst … eine soziale Organisation gründest … oder einfach nur 3x die Woche mit Freunden ausgehst. Bleibe in jedem Fall (!) standhaft.

Die Beziehung retten ...

6. Genieße die Früchte …

Wenn Du das durchziehst – auf Deine eigene, authentische Art – kannst Du in vielen Fällen Eurer Beziehung neues Leben einhauchen.

Die Beziehung aus dem grauem Sumpf der sex-losen freudlosen Ko-Existenz retten!

Und schon das sollte Dir diese Anstrengungen wert sein – nicht zu sprechen vom unbeschreiblich geilen Gefühl, Deinen Weg zu gehen.

Nun … vielleicht gehörst Du noch nicht zu den Betroffenen … hast vielleicht keine Beziehung im Moment …

Wie kannst Du Betaisierung von vornherein vermeiden?

Du bist absolut sicher gegen jede Form von Betaisierung, wenn Du in Deiner männlichen Kraft bist. Und gleichzeitig bist Du dann der Traummann der Frauen.

Denn insgeheim wünscht sich jede Frau, dass Du NICHT in die Betaisierungsfalle gehst.

Woran erkennst Du das, und wie erreichst Du es?

  • Du bist in Deinem Körper, kannst ihn fühlen – bist präsent im Hier und Jetzt
  • Du ruhst „in Deiner Mitte“, unabhängig von äußerer Hektik und Chaos, wie ein Fels in der Brandung
  • Du hast eine Vision, aus der Du Aufgabe und Sinn in Deinem Leben beziehst – und diese Vision ist NICHT Deine Beziehung mit dieser oder irgendeiner Frau. Deine Beziehung und Partnerin darf natürlich darin eine Rolle spielen, aber Deine Vision ist größer als das.

Und es ist nicht so wichtig, was es ist … aber es sollte aus Deinem Herzen kommen.

Alles Gute

Thomas Fuchs