Gedanken abschalten – und los!

Ab einem bestimmten Punkt in meiner Entwicklung habe ich es getan. Ich fand und finde es faszinierend: Einfach zu einer Frau hingehen, die mir gefällt – ohne eine Idee, was ich sagen könnte.

Kein Spruch, kein Gesprächsthema, keine Idee.

Hallo …

Dann kommt aus meinem Mund vielleicht ein Wort oder ein Satz. Vielleicht kommt nichts. Vielleicht etwas total Einfallsloses … oder etwas Kreatives … Aber es ist cool. Und ich muss mir nicht vorher den Kopf zerbrechen, was ich sagen werde.

Denn es macht auch nicht viel Sinn, mir vorher Gedanken zu machen: vorher brauche ich die Worte nicht. Hinterher auch nicht. Und in dem Augenblick, in dem es gebraucht wird, wird ein Wort oder eine Handlung da sein. Oder auch nicht, wie gesagt …

Also gleich die Gedanken abschalten und los. Sie schalten sich in dem Moment ab, in dem ich los gehe, und dann ist auch dieses interessante Gefühl im Bauch da.

Geht das immer?

Nein, ich habe auch nicht immer Lust dazu. Ein gewisser „inner state“, bestehend aus Sorglosigkeit und guter Laune ist anscheinend die Voraussetzung.

Vielleicht ist das für Dich der nächste Schritt?
  • Am Anfang brauchst Du noch diesen Vorrat an Sprüchen, Routinen und Geschichten.
  • Dann wirst Du flexibler, achtest auf Details, gehst immer natürlicher in das Gespräch und reagierst auf die Situation …
  • Und irgendwann kannst Du all das über Bord werfen – alle vorgedachten, auswendig gelernten Sequenzen. Und auch die Regeln, die ich Dir in diesem Blog so ausdauernd vermittelt habe. 😉

Es hat Dir eine Zeitlang geholfen – so lange, bis Du darüber hinausgewachsen bist.

Einen Flirt kann man sowieso nicht steuern oder kontrollieren.

Du kannst Deine eigenen Fähigkeiten verbessern – Deine Redekunst, Deine Wahrnehmung und Deine Ausstrahlung. Und all dieses Training, dieses arbeiten an sich selbst, macht Sinn. Und ich lege es Dir ans Herz.

Du kannst Deine Erfolgsquote erhöhen.

Aber Du kannst nie vorhersagen, wie eine Frau auf Deine „Anmache“ reagieren wird, wie sich ein Gespräch oder ein Date entwickelt. All das geschieht im Moment … die Reaktion der Frau, Deine Aktion und Reaktion darauf …

Gedanken abschalten ... und los!

Gedanken abschalten … und einfach vertrauen.

Ich habe vor kurzem den Kampfsport für mich wiederentdeckt. Ich lerne jetzt einen Stil, der speziell für den Straßenkampf gemacht ist. Und es ist genau das Gleiche: Du kannst Dich nicht auf einen Kampf vorbereiten.

Man kann Kombinationen oder Techniken trainineren – aber es ist sinnlos, zum Beispiel eine feste Kombination für einen bestimmten Angriff (zum Beispiel mit einem Messer von vorn) zu erlernen.

Falls der Angriff irgendwann tatsächlich kommt, dann ist er anders. Vielleicht ist wegrennen die beste Option, oder laut rufen … de-eskalieren mit Worten oder tatsächlich der Gegenangriff. Niemand kann es wissen …

Nun wirst Du vielleicht sagen: Kampfkünste interessieren mich nicht, oder „finde ich doof“. Dann schau Dir Musiker in einer guten Jam-Session an: Sie haben nicht verabredet, wer – wann – was spielt. Und „wissen“ es doch.

Nicht vorher, nicht hinterher. Aber in dem Augenblick, wo ihr Einsatz gebraucht wird. Genau dann.

Wenn Du Dich auch nicht so für Musik begeisterst, dann geh zu einer Improtheatervorstellung, und Du wirst die gleiche Idee vorgelebt bekommen. Es gibt zwar Regeln, aber die Schauspieler kennen die Handlung nicht.

Niemand weiß, was er oder sie in 10 Sekunden sagen wird. All dies entwickelt sich im Augenblick, im Jetzt.

Vielleicht fragst Du Dich jetzt:

„Ich kann noch nicht mal Frauen mit irgendwas ansprechen – und gleich ganz ohne Spruch, wie jetzt?“

Dann wende dieses Prinzip einfach etwas sanfter an:

  • Starte mit Augenkontakt. Nur in die Augen schauen im Vorbeigehen. Wenn sie lächelt, lächle zurück. Wenn sie stehenbleibt, bleib auch stehen. Sag vielleicht „Hallo“. Oder warte, ob sie „Hallo“ sagt. Lass Dich von Deiner Intuition treiben, und tue nicht mehr als das.
  • Oder, wenn Du schon mit Komplimenten ansprechen kannst: „Stopp! Ich muss Ihnen ein Kompliment machen für …“ Und warte, was kommt – was Dein Gehirn fabriziert. Notfalls sage „… für Ihr Lächeln“. Spätestens jetzt wird sie lächeln, fast immer …

Vielleicht hast Du dabei – wie ich – dieses interessante Gefühl im Bauch. (vielleicht nennst Du es auch „komisch“ oder „unangenehm“ oder „Angst“) Fühle es, haltes es aus.

Spüre, dass dieses Gefühl nicht nur Angst und Risiko, sondern auch Lebendigkeit in sich birgt.

Sei so spontan wie das Leben selbst.

Thomas