Die „Lass uns Freunde sein“ – Zone

Lieber Leser,

möglicherweise kennst Du dieses leidige Thema:

  • Diese Frau! Ihr versteht Euch doch so gut, könnt über Gott und die Welt reden … warum erkennt sie nicht Deinen Wert als Mann?
  • … es gibt da EINE, für die Du ALLES tun würdest … vielleicht schon eine Menge geschenkt hast … warum wirft sie ihr Herz nach dem erstbesten Macho aus der Mucki- oder Dönerbude? Oder nach diesem bebrillten unscheinbaren Typen?
  • … und wieder dieses Mädchen, das Dir über ihren Ex erzählt … Du hörst Dir geduldig ihre Probleme an – und kommst ihrem Körper kein Stück näher …

Dies sind deutliche Anzeichen, dass Du in der „Lass-uns-Freunde-sein“-Schublade gelandet bist!

Was bedeutet das eigentlich??

Wenn Du einen Flirt beginnst, läuft im weiblichen Nervensystem ein raffiniertes Selektionsprogramm an. Dieses dient einzig und allein dazu, die Spreu vom Weizen zu trennen – und dies heißt „boyfriend material – or not“, oder kürzer:

Hot – or not?

Dieses Programm registriert jede Deiner Bewegungen, Deine Ausstrahlung, Dein Verhalten.

Gruslig, nicht wahr? :/

Es kümmert sich nicht um Deine Worte oder rationalen Gründe, warum ihr „gut zusammenpasst“ oder so. Diese sind ihm egal.

Denn dieses Programm sitzt nicht in ihrem Großhirn! Es sitzt im sogenannten limbischen System, dem Säugetier- oder Reptilienhirn.

Und wenn Du jetzt denkst, als Mann etwas Besseres zu sein … dann überlege, warum Du in erster Linie von bestimmten Körperformen angezogen wirst – und charakterliche Merkmale erst viel später eine Rolle spielen.

Daran ist nichts Schlimmes. Es ist eben so und weder gut noch schlecht. Ich hab es nicht erfunden, und Du auch nicht.

Zurück zum Thema:

Wenn Du dieser Frau vor allem zugehört hast, mit ihr über ihre Probleme gesprochen und geholfen, ihr Bücherregal aufzubauen – dann bist Du ein Freund. Ein guter oder weniger guter Kumpel.

Logisch – Du hast Dich ja so verhalten.

Und wenn Du insgeheim etwas anderes wolltest, vielleicht Sex oder eine Beziehung … und dies durch Zuhören, Helfen oder Geschenke erkaufen wolltest: Dann warst Du auch irgendwie „unecht“.

Härter ausgedrückt: Ein Lügner.

Und Frauen mögen dies nicht besonders.

Stopp!!!

Bevor Du Dich jetzt selbst runterziehst und beschuldigst … Du hast keinen Grund dafür!

Denn wenn Du eine andere Strategie gewusst hättest, hättest Du sie verwendet.

Mir ging es jahrelang genauso – ich bin immer wieder in dieser „Schublade“ gelandet, denn niemand hatte mir beigebracht, wie diese Dinge zwischen Mann und Frau funktionieren. Wir haben dies nicht in der Schule gelernt, und unsere Väter hatten meist andere Sorgen … als uns dies zu vermitteln.

Nun: Wenn Du in dieser Situation bist, wirst Du Dich fragen: Wie komme ich da wieder raus??

  • In manchen Fällen ist es unmöglich.
  • Akzeptiere zunächst, was Du daraus gelernt hast. Sei wirklich dankbar dafür – Du hättest ja auch noch bis zum Lebensende mit diesem Problem herumlaufen können, bei jeder weiteren, die Du kennenlernst. So hast Du die Chance, es bei der nächsten Frau zu ändern.

Und jetzt?

„Soll ich es ihr sagen?“

Ihr ein Liebesgeständnis machen?

Klares Nein.

  • Erstens musst Du nichts gestehen – Du hast schließlich nichts verbrochen.
  • Zweitens gibst Du damit die Verantwortung ab. Ja, Du hast richtig gehört.

Betrachte es mal aus dem Blickwinkel der Frau:

  1. Wenn sie jetzt „Ja“ sagt, dann hat sie Dich am Hals! Denn Das Spiel ist aus. Kein Flirt mehr. Die ganze kribbelnde Unsicherheit und Vorfreude ist weg. Ein hoher Preis!
  2. Du nimmst nicht nur ihr die Freude am Flirt-Spiel, sondern Dir selbst Deine Chancen. Ein Mann, den sie 100% sicher „in der Tasche hat“, dessen Attraktivität sinkt auf 0 (Null).

Also wird sie es nicht tun. Außer, sie ist ernsthaft in Dich verknallt.

Und oft selbst dann nicht – siehe Punkt 2.

Es ist vielleicht mutig, zu ihr über Deine Gefühle zu sprechen – aber in dieser Phase nicht zielführend. Vergiss Hollywood- und andere Filme – diese sind zur Unterhaltung da.

Ein Flirt lebt von Leichtigkeit und davon, dass das Ergebnis offen ist.

Was dann?

Es hängt vom konkreten Fall ab …

Lass uns einfach Freunde sein!

Lass uns einfach Freunde sein!

Wenn Du sie irgendwie genervt hast – zum Beispiel 3x hintereinander angerufen – dann ist sowieso kaum noch was zu machen. Aber dann bist Du ja auch nicht in der Freundschaftszone, sondern „Ball im Aus“. Einwurf gibt es bei diesem Spiel nicht.

Wenn also das „Lass-uns-Freunde-sein“ gefühlt hast:

Biete ihr aktiv Deine Freundschaft an.

Und NUR Freundschaft.

Warum?

  • Erstens befreit es Dich von dem Druck, unbedingt etwas „erreichen“ zu wollen – wenn der Zug sowieso abgefahren ist. Und wenn Du bis hierhin gelesen hast, dann ist er mit Sicherheit abgefahren – egal was Dein Verstand jetzt noch für Ausflüchte sucht.
  • Zweitens befreit es Sie von dem Druck, dass Du etwas von ihr willst oder sogar „erkaufen“ willst, was sie Dir gefühlsmäßig gar nicht bieten kann. Denn sie kann es wirklich nicht, wenn sie es nicht fühlt.
  • Drittens gibt es Dir Deine Kraft zurück. Du übernimmst wieder die Führung – zumindest ein Stück weit, für den Anfang. Das erleichtert, oder?

Wenn sie Dir schon ihrerseits diese „Freundschafts-Worte“ gesagt hat, dann sagst Du eben: „Ich hab nachgedacht und bin zu dem gleichen Schluss gekommen. Zwischen uns kann es nichts anderes als Freundschaft geben. Wir sind einfach zu verschieden, wir passen nicht zusammen.“

Sei klar und konsequent! Auch wenn es schwer ist.

Und jetzt?

  • Gib der Sache Zeit.
  • Gib Dir Zeit
  • Gib Ihr Zeit.

Das ist jetzt nötig nach all dem Stress.

Oft macht eine Kontaktpause Sinn – wie lange, musst Du selbst herausfinden.

Schau, ob Du Dich in etwas verrannt hast … gib Dir Zeit, mit Dir selbst allein zu sein. Wenn Tränen oder Trauer da sind, lass sie zu.

Falls Ihr Euch „als Freunde“ wieder seht:

  • Gib ihr die Gelegenheit, Dich kennen zu lernen – aber diesmal auf lockere, leichte Art.
  • Ohne Verpflichtung, ohne Hintergedanken.
  • Genieße das Beisammensein.
  • Gestalte aktiv die Freundschaft, die Du ihr angeboten hast.
  • Übertreibe es nicht mit der Häufigkeit der Treffen – weniger ist mehr!

Dann schau, was passiert. Ohne Ziel oder „versteckte Agenda“.

Just Friends?

Just Friends?

Nur so kann sich (eventuell) echte Sympathie entwickeln. Einen anderen Weg gibt es nicht.

Denn natürlich ist es durchaus möglich … und jetzt kommen wir zum vierten Vorteil Deines Freundschaftsangebots:

  • Viertens KANN es die Dame neugierig machen – häh, wieso will er denn jetzt Freundschaft? Bin ich nicht mehr interessant als sexuelles Wesen?

Das muss aber nicht geschehen. Und es wird nur passieren, eventuell, wenn Du Dich innerlich von jedem „Muss“ befreist.

Darf ich denn mit ihr flirten, nachdem ich ihr meine Freundschaft angeboten habe?

Naja, verboten ist es nicht. Zumindest ist mir kein Paragraph im StGB bekannt. 😉

Aus dem „nichts-wollenden“ Offen-Sein entsteht oft sexuelle Anziehungskraft. Einfach so.

Vielleicht forderst Du Sie sogar etwas heraus, nach dem Motto: “Ich find Dich ja als Freund sympathisch, und ich bin gespannt, ob Du noch andere Qualitäten hast!”

Dies überlasse ich Deiner Intuition.

Viel Spaß … und Leichtigkeit!

Thomas