Soziale Interaktionen kalibrieren … Wie bitte?

Sperrige Fremdwörter … aber der Inhalt wird verständlicher, das verspreche ich! Bleib dran:

Wenn Du

  • öfter keinen Erfolg beim Flirten hast, obwohl Du scheinbar die „richtigen Worte“ benutzt hast
  • manchmal Kopfschütteln oder komische Reaktionen bekommst … oder
  • der Funke einfach nicht überspringt …

… dann könnte Dir dieser Artikel helfen.

Kalibrieren heißt das Zauberwort – und bedeutet in diesem Zusammenhang das Anpassen unserer Aktionen und Worte an die jeweilige Situation.

Beispiel 1:

Ich hatte gerade die Technik der „negativen Komplimente“ gelernt, vor einigen Jahren. Manchmal klappte es ganz gut, aber andere Male flog ich postwendend raus aus der Konversation:

Da war ein Mädel – sie kam aus einem Dorf – und nach den ersten Worten roch ich also an ihr, und sagte: „Ja, stimmt, das riecht man. Riecht nach Kuhsch …“

Danach war das Gespräch zu Ende.

Soziale Interaktion ...

Kommst Du vom Dorf? – Ja. – Das riecht man. 😉

Beispiel 2:

Ich hatte gelesen, dass Man(n) schnell Körperkontakt herstellen soll. Früher wäre das außerhalb meiner eigenen Realität gewesen – undenkbar.

Und jetzt übte ich das mit Unbekannten, direkt nach dem Ansprechen – sehr intensiv:

Am Arm berühren, an der Schulter, an der Hand, wieder an der Schulter … innerhalb von wenigen Minuten.

Bis mir eine Frau sagte: „Das stört mich“.

Beispiel 3:

Ich sprach früher oft zu leise. Natürlich wollte ich das ändern, denn das war nur Schüchternheit.

Ich tat also das Gegenteil: Ich sprach laut. RICHTIG LAUT!!!

Das fühlte sich besser an als meine frühere leise Stimme, Mann!

Und es wirkte auch. Zwei Wochen lang erschreckte ich jede Menge unschuldige Passantinnen – einfach durch mein Stimmvolumen beim Ansprechen.

Beispiel 4:

Ich hatte gelesen, man soll einfach versuchen, eine Frau zu küssen beim Date. Und ich probierte das. Nicht einmal, nicht dreimal – sondern Zehn Mal … beim gleichen Date.

Was das, was ich getan hatte, falsch?

Nein, natürlich nicht. Es war nur unkalibriert.

Und ich habe es bewusst übertrieben  (und tue es manchmal noch heute). Um mich weiterzuentwickeln, und schließlich die goldene Mitte zu finden.

Den Bereich, der angemessen ist.

Was kannst Du daraus lernen?

Beispiel 5:

Ich schreibe und sage manchmal: „Trau Dich, frech zu sein“. Und gerade das wird oft missverstanden …

„Frech“ bedeutet NICHT unhöflich oder rüde … und es passt auch nicht immer!

  • Wenn Du normalerweise zu sanft rüberkommst und von Frauen als guter Freund behandelt wirst (wenn Du eigentlich etwas Anderes willst), dann versuch mal, etwas frecher und sexueller aufzutreten! Es könnte der richtige Weg für Dich sein. Teste es.
Frech sein

Wenn Du zu lieb oder nett wahrgenommen wirst – trau Dich, frech zu sein! Sie wird Dich nicht töten. Oder nur selten 😉

  • Wenn Du öfter Grenzen überschreitest und Leute sich von Dir „vor den Kopf gestoßen“ oder beleidigt fühlen – dann ist es wahrscheinlich besser, einfach mal Zuhören und Rapport zu üben. Und zu schauen, was das mit Deiner Wirkung auf andere macht …
  • Wenn Du Dich mit einem Mädel wohlfühlst, ihr Euch langsam näher kommt, es super-romantisch ist … sie aufgeschlossen oder gar in Dich verschossen … welchen Sinn hätte es, eine super-freche Bemerkung zu machen? Vermutlich Null. Und wozu auch.
  • Wenn Du Dir gerade die Zähne ausbeißt an einer Kampfblondine, ihr schon den siebten Drink ausgegeben hast ohne fühlbaren Erfolg, dann ist es dringend Zeit, etwas frecher zu werden: „Ich bezahle nur, wenn Du mit mir rummachst, UND wenn ich einschätze, dass es gut ist.“ Und zu schauen, ob sie das Angebot zu schätzen weiß … wenn nicht, es gibt andere süße Frauen.

Wie lernst Du, soziale Interaktionen zu kalibrieren?

Du kannst es nur durch Übung lernen.

Und Übung bedeutet, sich heran zu tasten:

  • Wenn Du bisher zu leise gesprochen hast, sprich deutlich lauter – und teste, was das mit Dir und Deiner Umgebung macht.
  • Wenn Du zu lieb, sanft oder nett wahrgenommen wirst, spring so weit wie möglich über Deine Komfortzone und teste verrückte, freche Sachen!
  • Wenn Du Hemmungen hast, Frauen nach ihrer Telefonnummer zu fragen – frag einfach 20 mal in den verschiedensten Situationen. Frage sie nach 5 Sekunden, 5 Minuten – wenn es sich gut anfühlt und weniger gut.

Übertreibe am Anfang! Übertreibe all das, was Du bisher vernachlässigt hast. Du wirst so viel schneller die Zone finden, die wirklich schön und angemessen ist.

  • Ich lernte schließlich, negative Komplimente (Negs) sanft und „homöopathisch“ einzusetzen … mit Charme und Charisma statt mit dem Holzhammer. „Ich mag Dich, deshalb necke ich Dich“ ist eine gute innere Einstellung dabei.
  • Ich lernte, meine Stimme hörbar, aber angemessen einzusetzen – beim Straßenflirt, in der Disco, in der U-Bahn.
  • Ich lernte, Körperkontakt eher auf natürliche Weise zuzulassen als offensiv einzusetzen … und auch den Kuss „passieren zu lassen“. Das heißt übrigens nicht, dass ich passiv bin.

Was ist das Wichtigste dabei?

Geh raus und tue es.

Übe mit Menschen – Unbekannten, Bekannten, der Fischverkäuferin, der buntgekleideten Dame mit den 25 Einkaufstüten, der Soziologiestudentin mit dem Jutebeutel am Bioregal … egal wo und wie.

Teste und probiere aus. Erweitere Deine eigenen Grenzen und sei dankbar für jedes Feedback. Sei auch dankbar, wenn Dinge nicht funktionieren – das hilft Dir am meisten!

Mit jeder Übung wirst Du besser: Du entwickelst mehr und mehr das Gefühl für die soziale Interaktion, das Gespräch – den Flirt.

Viel Spaß und Erfolg wünscht Dir

Thomas