Soziale Konditionierung

Manchmal ist es unerklärlich, wie verhext:

Du willst es ja tun – zum Beispiel eine Frau ansprechen, die Dir gefällt. Aber auf einmal kommen diese Gedanken …

  • „Das macht man nicht“
  • „Da sind andere … Was werden sie über mich denken?“
  • „Und wenn es schief geht … wenn sie mich abblitzen lässt??“

Wenn Du ein visueller Mensch bist, hast Du möglicherweise statt der Gedanken ein Bild im Kopf – wie die Anderen -Dich auslachen und mit dem Finger auf Dich zeigen.

Falls Du ein gefühlsorientierter Mensch bist, spürst Du vielleicht Angst, Lähmung oder Nervosität.

Und all dies steht meist in keiner Beziehung zum wirklichen Risiko. Das Risiko ist in der Regel geringer, als wenn Du über eine Straße gehst!

  • Die attraktive Blonde wird freundlich reagieren – und selbst wenn sie einen schlechten Tag hat, wirst Du es ohne Knochenbruch überleben 😉
  • „Die Anderen“ werden es entweder nicht mitkriegen, oder sie werden Dich bewundern oder beneiden um Deinen Mut.
  • Und auch Deine Selbstachtung wird es überleben – es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Du bei einer Ablehnung für die nächsten 12 Monate in eine Depression verfällst.

Nun ist das mit dem „Frau ansprechen“ nur eine von vielen Möglichkeiten.

Vielleicht hast Du einen Wunsch, eine Veränderung, ein Ziel, das Du vor Dir her schiebst – obwohl Du weißt, dass es möglich ist. Einen Berufswechsel, endlich wieder Sport treiben, eine Weltreise …

Warum machen wir uns oft solche Gedanken, bauen uns scheinbar solch hohe Hürden mitten in den Weg?

All dies sind Prägungen, Verhaltens- und Glaubensmuster, die wir im Laufe unseres Lebens angesammelt haben. Unsere sozialen Konditionierungen.

Wir bekommen schon sehr früh im Leben Sätze gesagt wie diese:

  • „Sitz still und sei ruhig“
  • „Das macht man nicht – was sollen denn die Leute denken“
  • „Das kannst Du nicht. Dafür bist Du noch zu klein.“ Oder gar zu ungeschickt.

Später sind es nicht mehr unsere Eltern, sondern unsere Freunde oder unsere Clique, die uns sagen, was „männlich“, „cool“ oder gerade „in“ ist.

Als Kind hatten wir keine Wahl.

Später haben wir sie – aber wie oft passen wir uns an, um dazu zu gehören. Oder einfach, um eigenes Nachdenken zu vermeiden.

Wenn Du bis hierhin gelesen hast, dann wirst Du vielleicht jetzt wütend auf die soziale Konditionierung sein, oder zumindest negativ darüber denken.

Und das ist der erste Irrtum …

Denn

  1. Dies alles ist menschlich!
  2. Soziale Konditionierungen sind zunächst einmal sinnvoll, gut und bis zu einem gewissen Grade notwendig.

Stell Dir vor, der erste beste wütende Mensch würde Dich auf der Straße anfallen und verprügeln. Oder auf einem Meeting würden die Leute gleichzeitig durcheinander schreien, weil sie nicht gelernt haben, dass man dem anderen zuhört …

Und nicht zuletzt macht es in unserer Gesellschaft Sinn, bestimmte Orte aufzusuchen, um zB seine Notdurft zu verrichten – und dies nicht immer hier und sofort zu tun, nur weil einem gerade so ist. Gleiches betrifft auch unsere sexuelle Lust …

Soziale Konditionierung

Deine soziale Konditionierung verhindert vielleicht, dass Du Frauen ansprichst … oder Deine Ziele wirklich verfolgst.

Frage Dich aber:

  • Welches Ziel würde ich gern erreichen, welchen Traum habe ich?
  • Ist mein Ziel wirklich MEIN Ziel? Oder sind es die Erwartungen anderer, die ich zu „meinem“ Ziel gemacht habe?
  • An welcher Stelle halten mich meine sozialen Konditionierungen davon ab, mich selbst zu verwirklichen, meinen Traum zu leben … der Mensch zu sein, der ich wirklich sein will?
  • Welchen Preis bezahle ich, um dazu zu gehören, akzeptiert zu sein?
  • Welchen Preis bezahle ich, um anerkannt und geliebt zu werden?
  • Bin ich bereit, diesen Preis weiterhin zu zahlen?

Der Preis besteht nicht nur darin, unter seinen Möglichkeiten zu leben … sondern darin, im tiefsten Innern unzufrieden oder unglücklich zu sein. Das ist der Preis, den Du zahlst.

Stell Dir vor, Du schaust in 10 Jahren zurück und erkennst, dass Deine Ziele nicht Deine eigenen Ziele gewesen sind? Dass Du scheinbar die letzten 10, 15, 20 Jahre verschwendet hast – weil Du nicht Deinem eigenen Weg gefolgt bist, sondern dem von Eltern, Lehrern, Freundeskreisen?

Fühlt sich mehr als nur doof an, oder?

Die gute Nachricht ist:

Du kannst Deine Konditionierungen heute erkennen. Schritt für Schritt.

Und dann auch Schritt für Schritt daran arbeiten – und immer mehr endlich das tun, was Du wirklich willst. Wofür Du hier auf dieser Welt bist – was Dein Herz zum Lachen bringt und Dich glücklich macht.

Beobachte Dich in den folgenden Wochen und Monaten sehr genau.

Immer wenn Du mit Dir unzufrieden bist, nimm Dir ein paar Minuten für Dich allein. Spüre und lausche in Dich hinein:

  • Was will mir die Unzufriedenheit, die Angst oder Frustration sagen?
  • An was erinnert mich das – was ich vielleicht früher erlebt habe?
  • Welches Vorbild gibt es für mein Verhalten – für mein Zögern, meine Lähmung, meine überzogene Reaktion?

Sei vollkommen ehrlich mit Dir selbst.

Frage Dich:

  • Welchen Preis werde ich in den nächsten 10 Jahren zahlen, wenn ich mein Verhalten – meine Konditionierung – beibehalten?
  • Welchen Preis werde ich umgekehrt zahlen müssen, wenn ich wirklich das tue, was ich möchte? Dies ist ebenso wichtig. Denn vielleicht wirst Du alte Freunde verlieren, lieb gewordene Gewohnheiten oder das Gefühl der Sicherheit.
Dann triff Deine Entscheidung.

Du musst diese Entscheidung immer wieder neu treffen – für jedes Thema, jede Situation.

Vielleicht musst Du es eine Zeitlang jeden Tag tun:

  • Hingehen und Sie ansprechen – egal, wie sich das anfühlt.
  • Deine neue Berufung, Dein neues Projekt, Deinen Traum verfolgen – egal, was die anderen darüber denken.

Es gehört oft Mut dazu, „gegen den Strom“ zu schwimmen. Selbst wenn dieser Strom manchmal nur in unserem Kopf existiert …

Wenn nötig oder sinnvoll, hole Dir Hilfe bei der Überwindung Deiner alten Konditionierungen – zum Beispiel durch ein Coaching.

Alles Gute!

Thomas